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Liebe Grüße

 

eure Julia

 

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Gabriel P. Henry: Maxim (Di, 20 Jun 2017)
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Kommentare: 4
  • #4

    Julia (Montag, 16 Januar 2017 13:58)

    Liebe Giusy,

    vielen lieben Dank für dein Interesse, ich freue mich, dass dir meine Seite gefällt.
    Und über deine lieben Worte und die tolle Zusammenarbeit freue mich natürlich auch sehr.
    Mit deinem Manuskript ist das Lektorieren aber auch eine Freude.!

    Liebe Grüße

    Julia

  • #3

    Giusy Lo Coco (Sonntag, 15 Januar 2017 12:21)

    Hallo Julia,

    eine tolle Seite hast du hier. Ich freue mich über deine Rezensionen, da ich immer wieder auf der Suche nach guten Büchern bin.

    Noch mehr freue ich mich, dass ich eine Lektorin gefunden habe, zu der ich gleich einen Draht gefunden habe. Ich bin überglücklich mit dir arbeiten zu dürfen. Nach einigen Probelektoraten, kann ich behaupten, dass deines mit Abstand das Beste war und sich bis jetzt auch nichts daran geändert hat. Ich freue mich auf zukünftige Arbeiten mit dir!

    Liebe Grüße Giusy

  • #2

    Julia (Freitag, 13 Januar 2017 19:54)

    Hallo Sascha,

    vielen Dank für deinen Kommentar und dein Interesse an meiner Seite und meinen Rezensionen!
    Tatsächlich habe ich das Buch schon gelesen - allerdings nur in der englischen Originalausgabe.

    Ich gehe aber davon aus, dass der Inhalt der Übersetzung gleich ist, daher versuche ich gerne eine Rezension zu schreiben. Ich hoffe, dass es bis spätestens Ende des Monats steht.

    Wenn du noch andere Vorschläge, Anregungen, Wünsche hast, immer her damit!

    Liebe Grüße
    Julia

  • #1

    Sascha Vux (Freitag, 13 Januar 2017 10:37)

    Moin Julia,
    Hast Du jetzt eigentlich schon “Wahrheit“ von Terry Goodkind gelesen? Fände ich klasse, wenn Du dazu mal was schreiben könntest.

Gabriel P. Henry: Maxim

Hallo ihr Lieben,

 

nach längerer Zeit habe ich mal wieder ein Buch gelesen, das man als "schwere Kost" bezeichnen könnte und mich sehr aufgewühlt und bewegt hat. 

 

Dabei handelt es sich um die Novelle Maxim von Gabriel P. Henry. Erschienen ist das Taschenbuch gerade am 10. Juni 2017 beim Masou-Verlag

 

Mir wurde die Ehre zuteil, vom Autor persönlich ein Exemplar geschenkt zu bekommen. Eine Ehre, die ich von Anfang sehr zu schätzen wusste, aber nach dem Lesen noch einmal mehr zu schätzen weiß.

 

Leseprobe und Cover könnt ihr euch hier ansehen.

 

Und ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht so wirklich wo ich anfangen soll. Ich habe das Buch heute erst beendet und irgendwie ist es immer noch schwierig für mich, meine Gedanken zu ordnen. So sehr hat das Buch sie durcheinander gewirbelt.

 

Vielleicht sollte ich dann doch mit einer Warnung beginnen. Vor allem, weil es mir unmöglich ist, über das Buch zu schreiben, ohne zu spoilern. Insofern lautet die erste Warnung: Bitte nicht weiterlesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt.

Die zweite Warnung ist ein wenig kryptischer: Bitte stellt euch darauf ein, dass das Buch Themen behandelt, die man nicht einfach mal so im Vorbeigehen liest.

 

Gerade das aber habe ich getan. Ich wusste natürlich, worauf ich mich einlasse, ich kannte ja den Klappentext. Aber trotzdem war ich nicht vorbereitet. Nicht darauf vorbereitet, dass ich in allen Details vom Selbstmord eines 14-jährigen Jungen lesen würde, dass ich die Trauer seiner Familie und Freunde in allen Einzelheiten derart greifbar und anschaulich geschildert bekommen würde.

 

Der Kontrast zum Inhalt des Buches und meiner Lesesituation - im Liegestuhl mit kühler Weißweinschorle, während Mann und Sohn völlig sorgenfrei, unbeschwert und glücklich im Planschbecken herumtoben - war so brutal, dass mir teilweise die Tränen kamen. Vor allem die Trauer von Maxims Eltern war deshalb unglaublich schwer für mich zu verarbeiten.

 

Letztlich von den Gründen des Selbstmords zu erfahren, war ebenfalls hart, denn der Autor hat recht. Mit allem, was er sagt. Die Angst, die Maxim in den Selbstmord treibt, ist auch bei mir vorhanden. Begraben und verdrängt, aber sie ist da. Jeden Tag.

 

Die Angst, dass sich die Menschheit eines Tages selbst zerstören wird. Dass die Menschen, die ich liebe, und ich selbst eines Tages nicht mehr zu den Glücklichen gehören werden, die ihr Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben dürfen.

 

Gerade diese Angst, die ich auch in mir trage, hat in mir eine sehr emotionale Reaktion hervorgerufen. Die Angst ist real, aber doch so abstrakt, dass man sie sonst relativ einfach verdrängen kann. Gabriel P. Henry aber hat der Angst einen Namen gegeben, weshalb sie erbarmungslos an die Oberfläche drängt, egal wie sehr man versucht, sie doch zu begraben. 

 

Ich sehe in dem Buch eine Sozialkritik, die genau auf den Punkt gebracht ist. Die alle Themen, die heutzutage relevant sind, anspricht und uns unsere Probleme aufzeigt. Die Art und Weise, wie das geschieht, ist brutal und schonungslos. Dennoch bin ich froh, dass ich das Buch lesen durfte, denn es zeigt mir wieder, wie glücklich ich mich selbst schätzen kann. Und das ich auf hohem Niveau jammere, wenn ich jammere. Was durchaus mal vorkommen kann.

 

Vielen Dank an den Autor noch einmal an dieser Stelle, dass er mir das vor Augen geführt hat, denn ab und zu neige ich dazu, das zu vergessen - wie wahrscheinlich auch sonst jeder, der das Glück hat in Frieden, Freiheit und Wohlstand zu leben. Deswegen bin ich froh, wenn ich dann wieder daran erinnert werde.

 

Sprachlich muss ich sagen, dass ich anfangs ein wenig überrascht war, dass das Sprachniveau des Jungen Maxim so hoch ist. Schließlich ist er erst 14 Jahre alt. Andererseits, der Ton des Buches verlangt genau das und nichts anderes, insofern habe ich mich schnell daran gewöhnt und war beeindruckt, dass der Autor diesen Stil (mit ein paar winzigen Ausnahmen) durchgehalten hat.

 

Generell bin vom Autor extrem beeindruckt. Man darf an der Stelle nicht vergessen, dass Gabriel P. Henry erst 20 Jahre jung ist. Wenn ich zurückdenke - ich hatte mit 20 Jahren keine so tiefgründigen Gedanken. Asche auf mein Haupt, aber ich habe mich nicht für diese Art von Themen interessiert. Umso erstaunlicher finde ich es, dass der Autor so ein Werk geschaffen hat. Ein riesiges Kompliment an der Stelle. Ich denke man darf von ihm noch einiges erwarten.

 

Klare Kaufempfehlung. Aber mit der Warnung, dass der Autor einen sicher nicht mit Samthandschuhen anfasst, das sollte einem bewusst sein, bevor man sich an die Lektüre macht.

 

Wie seht ihr das? Hat euch das Buch auch in eurem Innersten erschüttert? Seid ihr dem Autor dankbar für das, was er uns vor Augen führt? Ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Claire Hoffmann: Die Liebe zum Regen

Hallo ihr Lieben,

 

zum Glück habe ich gerade Quasi-Urlaub und  komme ich endlich mal wieder richtig zum Lesen. Heute habe ich ein wundervolles Buch im Gepäck, das ich aus Liebe zu meiner heimlichen Wunsch-Heimat London begonnen habe. Letztendlich habe ich einen sehr ergreifenden, einfühlsam geschriebenen und doch stellenweise amüsanten Roman bekommen. Dabei handelt es sich um Die Liebe zum Regen von Claire Hoffmann

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 27.03.2017 beim Diana-Verlag.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer 57-jährigen Dame, Vera, die aufgrund diverser Machenschaften ihres Ehemannes Deutschland Hals über Kopf Richtung London verlässt und dort bei einer Familie als Granny-Au-pair einzieht. Die Familie hat drei Töchter, einen Vater, der ständig auf Dienstreise ist und eine Mutter, die verschwunden ist. So wird es Vera zumindest vermittelt. Was genau dahinter steckt, verrate ich natürlich nicht.  Jedenfalls folgt man Vera in ihren Versuchen in der fremden Stadt, mit der fremden Sprache und der fremden Familie zurechtzukommen. Wie oben bereits erwähnt, ist die Geschichte wirklich ergreifend.

 

Bei den Versuchen, sich in einer für sie neuen Welt zu behaupten, verändert sich auch Vera, was spannend zu verfolgen ist und einen letztendlich daran glauben lässt, dass man an seinen Aufgaben wachsen kann. Dass man sein Leben verändern kann und manchmal auch muss, um sich selbst (wieder-) zu entdecken. Ich fand es interessant, Vera auf dieser Reise zu begleiten und habe durchaus auch das eine oder andere für mich selbst mitgenommen.

  

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich an manchen Stellen etwas gestolpert bin, da ab und zu Ausdrücke oder Bilder vorkamen, die mir so nicht bekannt waren, oder die ich so nicht erwartet hätte. Alles in allem aber lässt sich das Buch recht schnell lesen und ist deshalb hervorragend geeignet, um es im Liegestuhl zu lesen. Vor allem die Beschreibung des ewigen Regens in London, dem der Roman vermutlich seinen Titel verdankt, bildet einen wunderschönen Kontrast zu dem Wetter, das wir hier gerade genießen dürfen.

 

Klare Kaufempfehlung. Und nicht nur, weil ich aufgrund des Schauplatzes voreingenommen bin.

 

Wie seht ihr das? Fandet ihr das Buch ebenso mitreißend wie ich, oder erlag ich mal wieder meiner eigenen Liebe zum Regen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

 

eure Julia

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Annett Gröschner: Die Städtesammlerin

Hallo ihr Lieben,

 

heute möchte ich über Die Städtesammlerin Annett Gröschner sprechen. Erschienen ist ihr faszinierender Reisebericht am 13.03.2017 beim Penguin-Verlag.

Freundlicherweise wurde er mir als Rezensionsexemplar von Random House zur Verfügung gestellt.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Annett Gröschner ist eine deutsche Autorin und Journalistin. Vor allem aber ist sie eine Städtesammlerin. So nenne ich mich übrigens auch gerne selbst (allerdings in sehr viel kleinerem Stil und noch nicht annähernd so weit gereist). Das ist auch der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. 

 

Und ich muss sagen, ich finde den Twist, dass die Autorin immer von ihren Fahrten mit der Linie 4 in den jeweiligen Städten berichtet, extrem spannend. Jeder, der schon mal verreist ist, weiß ja schließlich, dass die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmittel in anderen Ländern oder Städten oftmals ein Abenteuer für sich sind. Und wie viel man dabei auch über die Kultur und die Menschen erfährt. Sag mir, wie du öffentlich fährst, und ich sage dir, wer du bist.

 

Was ich vor allem an diesem Bericht super fand, ist die Tatsache, dass die einzelnen Städtefahrten in einzelne, handliche Kapitel aufgeteilt sind, die dazu einladen, sie in aller Seelenruhe bei einer Tasse Tee zu lesen, oder in den paar Minuten, die man in der U-Bahn verbringt. Man hat immer ein neues, kurzes Abenteuer, mit dem man schnell mal dem eigenen Alltag entfliehen kann. Das fand ich richtig toll, denn ist das nicht der Sinn eines Reiseberichts?

 

Wobei ich sagen muss, dass mir auch Frau Gröschner, so wie damals Bettina Pohlmann mit ihrem Frühstück mit Giraffen, wieder meine Grenzen vor Augen geführt hat. Von manchem Abenteuer lese ich sehr gerne und bin mit Enthusiasmus im Geiste dabei, aber ich gebe zu, dass ich auf manche Abenteuer ich im echten Leben doch verzichten kann.

 

Ähnlich wie bei Frühstück mit Giraffen kann ich dieses Buch allen empfehlen, die wie ich gerne reisen und nach Abenteuern suchen. Klare Kaufempfehlung.

 

Wie seht ihr das? Fandet ihr die Abenteuer der Städtesammlerin genauso spannend wie ich?

Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Anna Jansson: Das Schicksal wartet beim Friseur

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Zeit, in der ich dieses Buch auf meinem SuB liegen hatte, möchte ich nun endlich über einen Roman aus Schweden sprechen, mit dem ich mir etwas schwer getan habe. Es handelt sich dabei um einen eigentlich lustig angedachten Frauenroman. Um genau zu sein geht es um Das Schicksal wartet beim Friseur  von Anna Jansson.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 14.11.2016 beim Verlag btb in der Übersetzung aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Dame, die einen Friseursalon im schwedischen Visby (Gotland) führt und sich berufen fühlt, den Menschen dort nicht nur die Haare zu schneiden, sondern ihnen auch als matchmaker from heaven den passenden Partner für eine immerwährende Beziehung zu vermitteln.

 

Und genau diese Prämisse ist es, die mich dazu gebracht habt, den Roman überhaupt lesen zu wollen. Dieser Handlungsrahmen birgt so viel Potenzial für eine lustige, herzerwärmende Geschichte, die quasi als cherry on top  noch in Schweden spielt, einem Land, für das ich große Sympathien hege. 

 

Leider wird dieses Potenzial meines Erachtens durch die Darstellung der Hauptfigur, Angelika, ein wenig verspielt. Diese ist nämlich das, was wir in Bayern als "Gschaftlhuberin" bezeichnen würden. Für diejenigen, die das Wort aufgrund der regionalen Färbung nicht kennen - es ist nicht sehr positiv.

 

Angelika ist eine Person, die ihre Nase ständig in Dinge steckt, die sie nichts angehen und von ihrem Tun so überzeugt ist, dass es einem fast unheimlich wird. Da meine persönliche Herangehensweise eher in Richtung Laisser-faire tendiert, habe ich mich irgendwie stellvertretend für die Menschen, in deren Leben sich Angelika ohne ihre Zustimmung und ohne jegliche Skrupel einmischt, ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt. Personal space und so.

 

Und deswegen bin ich irgendwie nicht ganz mit der Geschichte warm geworden. Hinzu kommt leider, dass mir die Nebenfiguren auch nicht wirklich sympathisch waren, sodass es kaum einen Charakter gab, der mir das Lesevergnügen bereitet hätte, das ich mir so gewünscht hatte.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle allerdings Gabriele Haefls ein Kompliment machen, deren Übersetzung sich recht flüssig liest.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht wirklich gern gelesen habe und daher nicht zwangsläufig eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Wenn ich eine Kaufempfehlung aussprechen würde, dann eher aufgrund der Tatsache, dass der Roman in Schweden angesiedelt ist und man im Vorbeigehen ein wenig über das Land und die Kultur lernt.

 

Wie seht ihr das? Haltet ihr Angelika auch für eine Gschaftlhuberin oder für jemanden, der nur das Beste für andere will? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Julie Cohen: Der Tag, an dem der Sommer begann

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Abwesenheit (diverse Kinderkrankheiten und ähnliches) möchte ich nun endlich mal wieder über ein Buch sprechen, das mich sehr fasziniert hat. Es handelt sich dabei um einen Frauenroman mit Dramatik, Spannung und mitreißenden Charakteren. Um genau zu sein, geht es um Julie Cohens Der Tag, an dem der Sommer begann.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 13.03.2017 beim Diana-Verlag in der Übersetzung von Ute Brammertz.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Familie mit drei Generationen Frauen – Ex-Schwiegermutter Honor, Mutter Jo und Tochter Lydia, die alle ein Geheimnis in sich tragen, das sie dazu bringt, sich von den anderen abzuschotten und sich das Leben selbst und gegenseitig schwerzumachen.

 

Als Honor (die nicht durch Scheidung zu Jos Ex-Schwiegermutter wurde, sondern durch den tragischen Tod des Sohnes, Ehemanns, Vater der Protagonistinnen) einen Unfall hat, durch den sie gezwungen ist, bei Jo und Lydia einzuziehen, passiert dies erst nur widerwillig. Nach und nach öffnen sich die drei aber und ihr Leben und die Beziehungen untereinander verändern sich.

 

Und genau davon lebt der Roman. Die Beziehungen der Figuren untereinander. Alle drei Frauen tragen einen Schmerz in sich, der durch die Autorin so anschaulich beschrieben wird, dass wir als Leser diesen Schmerz mittragen und uns wünschen, wir könnten in die Geschichte springen, die drei erst einmal in den Arm zu nehmen und dann zu schütteln, weil sie versuchen, alles ganz alleine mit sich selbst auszumachen, anstatt sich helfen zu lassen. Durch diese Art, mit ihren persönlichen Problemen umzugehen, verbreiten sie so viel Unfrieden, und machen sich das Leben gegenseitig so schwer, dass man sich wünscht, man könnte ihnen die Augen für das Gute im Leben öffnen.

 

Das gilt vor allem für die 16-jährige Lydia, die einfach noch nicht so weit ist, reflektiert mit ihren Problemen umzugehen, während Honor einfach nur zu stolz und stur ist. Einzig bei Jo hat man das Gefühl, dass sie einfach mit der Situation überfordert ist. Was auch kein Wunder ist, denn zusätzlich zur Pflege der Mutter ihres verstorbenen ersten Mannes, muss sie sich noch um zwei Kleinkinder kümmern, die sie mit ihrem zweiten Mann bekommen hat, bevor sie sich scheiden ließ, nachdem er eine Beziehung mit dem Au-Pair begonnen hat.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle Ute Brammertz ein riesiges Kompliment machen, deren Übersetzung sich so flüssig liest, dass man kaum bis gar nicht merkt, dass es sich überhaupt um eine Übersetzung handelt. Ich war begeistert.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gern gelesen habe und durchaus eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Nicht nur wegen den Figuren, die einen förmlich mitreißen, sondern auch weil die Geschichte in London spielt, und es seit jeher „dieser alte Traum“ für mich ist, dort zu leben, da ich diese Stadt über alles liebe.

 

Aus gegebenem Anlass sind meine Gedanken in dieser Stunde bei der Stadt und vor allem den Opfern des Terroranschlages in London und deren Familien. My heart goes out to you.

 

 

 

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Gabriel P. Henry: Maxim

Hallo ihr Lieben,

 

nach längerer Zeit habe ich mal wieder ein Buch gelesen, das man als "schwere Kost" bezeichnen könnte und mich sehr aufgewühlt und bewegt hat. 

 

Dabei handelt es sich um die Novelle Maxim von Gabriel P. Henry. Erschienen ist das Taschenbuch gerade am 10. Juni 2017 beim Masou-Verlag

 

Mir wurde die Ehre zuteil, vom Autor persönlich ein Exemplar geschenkt zu bekommen. Eine Ehre, die ich von Anfang sehr zu schätzen wusste, aber nach dem Lesen noch einmal mehr zu schätzen weiß.

 

Leseprobe und Cover könnt ihr euch hier ansehen.

 

Und ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht so wirklich wo ich anfangen soll. Ich habe das Buch heute erst beendet und irgendwie ist es immer noch schwierig für mich, meine Gedanken zu ordnen. So sehr hat das Buch sie durcheinander gewirbelt.

 

Vielleicht sollte ich dann doch mit einer Warnung beginnen. Vor allem, weil es mir unmöglich ist, über das Buch zu schreiben, ohne zu spoilern. Insofern lautet die erste Warnung: Bitte nicht weiterlesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt.

Die zweite Warnung ist ein wenig kryptischer: Bitte stellt euch darauf ein, dass das Buch Themen behandelt, die man nicht einfach mal so im Vorbeigehen liest.

 

Gerade das aber habe ich getan. Ich wusste natürlich, worauf ich mich einlasse, ich kannte ja den Klappentext. Aber trotzdem war ich nicht vorbereitet. Nicht darauf vorbereitet, dass ich in allen Details vom Selbstmord eines 14-jährigen Jungen lesen würde, dass ich die Trauer seiner Familie und Freunde in allen Einzelheiten derart greifbar und anschaulich geschildert bekommen würde.

 

Der Kontrast zum Inhalt des Buches und meiner Lesesituation - im Liegestuhl mit kühler Weißweinschorle, während Mann und Sohn völlig sorgenfrei, unbeschwert und glücklich im Planschbecken herumtoben - war so brutal, dass mir teilweise die Tränen kamen. Vor allem die Trauer von Maxims Eltern war deshalb unglaublich schwer für mich zu verarbeiten.

 

Letztlich von den Gründen des Selbstmords zu erfahren, war ebenfalls hart, denn der Autor hat recht. Mit allem, was er sagt. Die Angst, die Maxim in den Selbstmord treibt, ist auch bei mir vorhanden. Begraben und verdrängt, aber sie ist da. Jeden Tag.

 

Die Angst, dass sich die Menschheit eines Tages selbst zerstören wird. Dass die Menschen, die ich liebe, und ich selbst eines Tages nicht mehr zu den Glücklichen gehören werden, die ihr Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben dürfen.

 

Gerade diese Angst, die ich auch in mir trage, hat in mir eine sehr emotionale Reaktion hervorgerufen. Die Angst ist real, aber doch so abstrakt, dass man sie sonst relativ einfach verdrängen kann. Gabriel P. Henry aber hat der Angst einen Namen gegeben, weshalb sie erbarmungslos an die Oberfläche drängt, egal wie sehr man versucht, sie doch zu begraben. 

 

Ich sehe in dem Buch eine Sozialkritik, die genau auf den Punkt gebracht ist. Die alle Themen, die heutzutage relevant sind, anspricht und uns unsere Probleme aufzeigt. Die Art und Weise, wie das geschieht, ist brutal und schonungslos. Dennoch bin ich froh, dass ich das Buch lesen durfte, denn es zeigt mir wieder, wie glücklich ich mich selbst schätzen kann. Und das ich auf hohem Niveau jammere, wenn ich jammere. Was durchaus mal vorkommen kann.

 

Vielen Dank an den Autor noch einmal an dieser Stelle, dass er mir das vor Augen geführt hat, denn ab und zu neige ich dazu, das zu vergessen - wie wahrscheinlich auch sonst jeder, der das Glück hat in Frieden, Freiheit und Wohlstand zu leben. Deswegen bin ich froh, wenn ich dann wieder daran erinnert werde.

 

Sprachlich muss ich sagen, dass ich anfangs ein wenig überrascht war, dass das Sprachniveau des Jungen Maxim so hoch ist. Schließlich ist er erst 14 Jahre alt. Andererseits, der Ton des Buches verlangt genau das und nichts anderes, insofern habe ich mich schnell daran gewöhnt und war beeindruckt, dass der Autor diesen Stil (mit ein paar winzigen Ausnahmen) durchgehalten hat.

 

Generell bin vom Autor extrem beeindruckt. Man darf an der Stelle nicht vergessen, dass Gabriel P. Henry erst 20 Jahre jung ist. Wenn ich zurückdenke - ich hatte mit 20 Jahren keine so tiefgründigen Gedanken. Asche auf mein Haupt, aber ich habe mich nicht für diese Art von Themen interessiert. Umso erstaunlicher finde ich es, dass der Autor so ein Werk geschaffen hat. Ein riesiges Kompliment an der Stelle. Ich denke man darf von ihm noch einiges erwarten.

 

Klare Kaufempfehlung. Aber mit der Warnung, dass der Autor einen sicher nicht mit Samthandschuhen anfasst, das sollte einem bewusst sein, bevor man sich an die Lektüre macht.

 

Wie seht ihr das? Hat euch das Buch auch in eurem Innersten erschüttert? Seid ihr dem Autor dankbar für das, was er uns vor Augen führt? Ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Claire Hoffmann: Die Liebe zum Regen

Hallo ihr Lieben,

 

zum Glück habe ich gerade Quasi-Urlaub und  komme ich endlich mal wieder richtig zum Lesen. Heute habe ich ein wundervolles Buch im Gepäck, das ich aus Liebe zu meiner heimlichen Wunsch-Heimat London begonnen habe. Letztendlich habe ich einen sehr ergreifenden, einfühlsam geschriebenen und doch stellenweise amüsanten Roman bekommen. Dabei handelt es sich um Die Liebe zum Regen von Claire Hoffmann

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 27.03.2017 beim Diana-Verlag.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer 57-jährigen Dame, Vera, die aufgrund diverser Machenschaften ihres Ehemannes Deutschland Hals über Kopf Richtung London verlässt und dort bei einer Familie als Granny-Au-pair einzieht. Die Familie hat drei Töchter, einen Vater, der ständig auf Dienstreise ist und eine Mutter, die verschwunden ist. So wird es Vera zumindest vermittelt. Was genau dahinter steckt, verrate ich natürlich nicht.  Jedenfalls folgt man Vera in ihren Versuchen in der fremden Stadt, mit der fremden Sprache und der fremden Familie zurechtzukommen. Wie oben bereits erwähnt, ist die Geschichte wirklich ergreifend.

 

Bei den Versuchen, sich in einer für sie neuen Welt zu behaupten, verändert sich auch Vera, was spannend zu verfolgen ist und einen letztendlich daran glauben lässt, dass man an seinen Aufgaben wachsen kann. Dass man sein Leben verändern kann und manchmal auch muss, um sich selbst (wieder-) zu entdecken. Ich fand es interessant, Vera auf dieser Reise zu begleiten und habe durchaus auch das eine oder andere für mich selbst mitgenommen.

  

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich an manchen Stellen etwas gestolpert bin, da ab und zu Ausdrücke oder Bilder vorkamen, die mir so nicht bekannt waren, oder die ich so nicht erwartet hätte. Alles in allem aber lässt sich das Buch recht schnell lesen und ist deshalb hervorragend geeignet, um es im Liegestuhl zu lesen. Vor allem die Beschreibung des ewigen Regens in London, dem der Roman vermutlich seinen Titel verdankt, bildet einen wunderschönen Kontrast zu dem Wetter, das wir hier gerade genießen dürfen.

 

Klare Kaufempfehlung. Und nicht nur, weil ich aufgrund des Schauplatzes voreingenommen bin.

 

Wie seht ihr das? Fandet ihr das Buch ebenso mitreißend wie ich, oder erlag ich mal wieder meiner eigenen Liebe zum Regen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

 

eure Julia

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Annett Gröschner: Die Städtesammlerin

Hallo ihr Lieben,

 

heute möchte ich über Die Städtesammlerin Annett Gröschner sprechen. Erschienen ist ihr faszinierender Reisebericht am 13.03.2017 beim Penguin-Verlag.

Freundlicherweise wurde er mir als Rezensionsexemplar von Random House zur Verfügung gestellt.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Annett Gröschner ist eine deutsche Autorin und Journalistin. Vor allem aber ist sie eine Städtesammlerin. So nenne ich mich übrigens auch gerne selbst (allerdings in sehr viel kleinerem Stil und noch nicht annähernd so weit gereist). Das ist auch der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. 

 

Und ich muss sagen, ich finde den Twist, dass die Autorin immer von ihren Fahrten mit der Linie 4 in den jeweiligen Städten berichtet, extrem spannend. Jeder, der schon mal verreist ist, weiß ja schließlich, dass die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmittel in anderen Ländern oder Städten oftmals ein Abenteuer für sich sind. Und wie viel man dabei auch über die Kultur und die Menschen erfährt. Sag mir, wie du öffentlich fährst, und ich sage dir, wer du bist.

 

Was ich vor allem an diesem Bericht super fand, ist die Tatsache, dass die einzelnen Städtefahrten in einzelne, handliche Kapitel aufgeteilt sind, die dazu einladen, sie in aller Seelenruhe bei einer Tasse Tee zu lesen, oder in den paar Minuten, die man in der U-Bahn verbringt. Man hat immer ein neues, kurzes Abenteuer, mit dem man schnell mal dem eigenen Alltag entfliehen kann. Das fand ich richtig toll, denn ist das nicht der Sinn eines Reiseberichts?

 

Wobei ich sagen muss, dass mir auch Frau Gröschner, so wie damals Bettina Pohlmann mit ihrem Frühstück mit Giraffen, wieder meine Grenzen vor Augen geführt hat. Von manchem Abenteuer lese ich sehr gerne und bin mit Enthusiasmus im Geiste dabei, aber ich gebe zu, dass ich auf manche Abenteuer ich im echten Leben doch verzichten kann.

 

Ähnlich wie bei Frühstück mit Giraffen kann ich dieses Buch allen empfehlen, die wie ich gerne reisen und nach Abenteuern suchen. Klare Kaufempfehlung.

 

Wie seht ihr das? Fandet ihr die Abenteuer der Städtesammlerin genauso spannend wie ich?

Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Anna Jansson: Das Schicksal wartet beim Friseur

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Zeit, in der ich dieses Buch auf meinem SuB liegen hatte, möchte ich nun endlich über einen Roman aus Schweden sprechen, mit dem ich mir etwas schwer getan habe. Es handelt sich dabei um einen eigentlich lustig angedachten Frauenroman. Um genau zu sein geht es um Das Schicksal wartet beim Friseur  von Anna Jansson.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 14.11.2016 beim Verlag btb in der Übersetzung aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Dame, die einen Friseursalon im schwedischen Visby (Gotland) führt und sich berufen fühlt, den Menschen dort nicht nur die Haare zu schneiden, sondern ihnen auch als matchmaker from heaven den passenden Partner für eine immerwährende Beziehung zu vermitteln.

 

Und genau diese Prämisse ist es, die mich dazu gebracht habt, den Roman überhaupt lesen zu wollen. Dieser Handlungsrahmen birgt so viel Potenzial für eine lustige, herzerwärmende Geschichte, die quasi als cherry on top  noch in Schweden spielt, einem Land, für das ich große Sympathien hege. 

 

Leider wird dieses Potenzial meines Erachtens durch die Darstellung der Hauptfigur, Angelika, ein wenig verspielt. Diese ist nämlich das, was wir in Bayern als "Gschaftlhuberin" bezeichnen würden. Für diejenigen, die das Wort aufgrund der regionalen Färbung nicht kennen - es ist nicht sehr positiv.

 

Angelika ist eine Person, die ihre Nase ständig in Dinge steckt, die sie nichts angehen und von ihrem Tun so überzeugt ist, dass es einem fast unheimlich wird. Da meine persönliche Herangehensweise eher in Richtung Laisser-faire tendiert, habe ich mich irgendwie stellvertretend für die Menschen, in deren Leben sich Angelika ohne ihre Zustimmung und ohne jegliche Skrupel einmischt, ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt. Personal space und so.

 

Und deswegen bin ich irgendwie nicht ganz mit der Geschichte warm geworden. Hinzu kommt leider, dass mir die Nebenfiguren auch nicht wirklich sympathisch waren, sodass es kaum einen Charakter gab, der mir das Lesevergnügen bereitet hätte, das ich mir so gewünscht hatte.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle allerdings Gabriele Haefls ein Kompliment machen, deren Übersetzung sich recht flüssig liest.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht wirklich gern gelesen habe und daher nicht zwangsläufig eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Wenn ich eine Kaufempfehlung aussprechen würde, dann eher aufgrund der Tatsache, dass der Roman in Schweden angesiedelt ist und man im Vorbeigehen ein wenig über das Land und die Kultur lernt.

 

Wie seht ihr das? Haltet ihr Angelika auch für eine Gschaftlhuberin oder für jemanden, der nur das Beste für andere will? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Julie Cohen: Der Tag, an dem der Sommer begann

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Abwesenheit (diverse Kinderkrankheiten und ähnliches) möchte ich nun endlich mal wieder über ein Buch sprechen, das mich sehr fasziniert hat. Es handelt sich dabei um einen Frauenroman mit Dramatik, Spannung und mitreißenden Charakteren. Um genau zu sein, geht es um Julie Cohens Der Tag, an dem der Sommer begann.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 13.03.2017 beim Diana-Verlag in der Übersetzung von Ute Brammertz.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Familie mit drei Generationen Frauen – Ex-Schwiegermutter Honor, Mutter Jo und Tochter Lydia, die alle ein Geheimnis in sich tragen, das sie dazu bringt, sich von den anderen abzuschotten und sich das Leben selbst und gegenseitig schwerzumachen.

 

Als Honor (die nicht durch Scheidung zu Jos Ex-Schwiegermutter wurde, sondern durch den tragischen Tod des Sohnes, Ehemanns, Vater der Protagonistinnen) einen Unfall hat, durch den sie gezwungen ist, bei Jo und Lydia einzuziehen, passiert dies erst nur widerwillig. Nach und nach öffnen sich die drei aber und ihr Leben und die Beziehungen untereinander verändern sich.

 

Und genau davon lebt der Roman. Die Beziehungen der Figuren untereinander. Alle drei Frauen tragen einen Schmerz in sich, der durch die Autorin so anschaulich beschrieben wird, dass wir als Leser diesen Schmerz mittragen und uns wünschen, wir könnten in die Geschichte springen, die drei erst einmal in den Arm zu nehmen und dann zu schütteln, weil sie versuchen, alles ganz alleine mit sich selbst auszumachen, anstatt sich helfen zu lassen. Durch diese Art, mit ihren persönlichen Problemen umzugehen, verbreiten sie so viel Unfrieden, und machen sich das Leben gegenseitig so schwer, dass man sich wünscht, man könnte ihnen die Augen für das Gute im Leben öffnen.

 

Das gilt vor allem für die 16-jährige Lydia, die einfach noch nicht so weit ist, reflektiert mit ihren Problemen umzugehen, während Honor einfach nur zu stolz und stur ist. Einzig bei Jo hat man das Gefühl, dass sie einfach mit der Situation überfordert ist. Was auch kein Wunder ist, denn zusätzlich zur Pflege der Mutter ihres verstorbenen ersten Mannes, muss sie sich noch um zwei Kleinkinder kümmern, die sie mit ihrem zweiten Mann bekommen hat, bevor sie sich scheiden ließ, nachdem er eine Beziehung mit dem Au-Pair begonnen hat.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle Ute Brammertz ein riesiges Kompliment machen, deren Übersetzung sich so flüssig liest, dass man kaum bis gar nicht merkt, dass es sich überhaupt um eine Übersetzung handelt. Ich war begeistert.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gern gelesen habe und durchaus eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Nicht nur wegen den Figuren, die einen förmlich mitreißen, sondern auch weil die Geschichte in London spielt, und es seit jeher „dieser alte Traum“ für mich ist, dort zu leben, da ich diese Stadt über alles liebe.

 

Aus gegebenem Anlass sind meine Gedanken in dieser Stunde bei der Stadt und vor allem den Opfern des Terroranschlages in London und deren Familien. My heart goes out to you.

 

 

 

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Gabriel P. Henry: Maxim

Hallo ihr Lieben,

 

nach längerer Zeit habe ich mal wieder ein Buch gelesen, das man als "schwere Kost" bezeichnen könnte und mich sehr aufgewühlt und bewegt hat. 

 

Dabei handelt es sich um die Novelle Maxim von Gabriel P. Henry. Erschienen ist das Taschenbuch gerade am 10. Juni 2017 beim Masou-Verlag

 

Mir wurde die Ehre zuteil, vom Autor persönlich ein Exemplar geschenkt zu bekommen. Eine Ehre, die ich von Anfang sehr zu schätzen wusste, aber nach dem Lesen noch einmal mehr zu schätzen weiß.

 

Leseprobe und Cover könnt ihr euch hier ansehen.

 

Und ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht so wirklich wo ich anfangen soll. Ich habe das Buch heute erst beendet und irgendwie ist es immer noch schwierig für mich, meine Gedanken zu ordnen. So sehr hat das Buch sie durcheinander gewirbelt.

 

Vielleicht sollte ich dann doch mit einer Warnung beginnen. Vor allem, weil es mir unmöglich ist, über das Buch zu schreiben, ohne zu spoilern. Insofern lautet die erste Warnung: Bitte nicht weiterlesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt.

Die zweite Warnung ist ein wenig kryptischer: Bitte stellt euch darauf ein, dass das Buch Themen behandelt, die man nicht einfach mal so im Vorbeigehen liest.

 

Gerade das aber habe ich getan. Ich wusste natürlich, worauf ich mich einlasse, ich kannte ja den Klappentext. Aber trotzdem war ich nicht vorbereitet. Nicht darauf vorbereitet, dass ich in allen Details vom Selbstmord eines 14-jährigen Jungen lesen würde, dass ich die Trauer seiner Familie und Freunde in allen Einzelheiten derart greifbar und anschaulich geschildert bekommen würde.

 

Der Kontrast zum Inhalt des Buches und meiner Lesesituation - im Liegestuhl mit kühler Weißweinschorle, während Mann und Sohn völlig sorgenfrei, unbeschwert und glücklich im Planschbecken herumtoben - war so brutal, dass mir teilweise die Tränen kamen. Vor allem die Trauer von Maxims Eltern war deshalb unglaublich schwer für mich zu verarbeiten.

 

Letztlich von den Gründen des Selbstmords zu erfahren, war ebenfalls hart, denn der Autor hat recht. Mit allem, was er sagt. Die Angst, die Maxim in den Selbstmord treibt, ist auch bei mir vorhanden. Begraben und verdrängt, aber sie ist da. Jeden Tag.

 

Die Angst, dass sich die Menschheit eines Tages selbst zerstören wird. Dass die Menschen, die ich liebe, und ich selbst eines Tages nicht mehr zu den Glücklichen gehören werden, die ihr Leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand leben dürfen.

 

Gerade diese Angst, die ich auch in mir trage, hat in mir eine sehr emotionale Reaktion hervorgerufen. Die Angst ist real, aber doch so abstrakt, dass man sie sonst relativ einfach verdrängen kann. Gabriel P. Henry aber hat der Angst einen Namen gegeben, weshalb sie erbarmungslos an die Oberfläche drängt, egal wie sehr man versucht, sie doch zu begraben. 

 

Ich sehe in dem Buch eine Sozialkritik, die genau auf den Punkt gebracht ist. Die alle Themen, die heutzutage relevant sind, anspricht und uns unsere Probleme aufzeigt. Die Art und Weise, wie das geschieht, ist brutal und schonungslos. Dennoch bin ich froh, dass ich das Buch lesen durfte, denn es zeigt mir wieder, wie glücklich ich mich selbst schätzen kann. Und das ich auf hohem Niveau jammere, wenn ich jammere. Was durchaus mal vorkommen kann.

 

Vielen Dank an den Autor noch einmal an dieser Stelle, dass er mir das vor Augen geführt hat, denn ab und zu neige ich dazu, das zu vergessen - wie wahrscheinlich auch sonst jeder, der das Glück hat in Frieden, Freiheit und Wohlstand zu leben. Deswegen bin ich froh, wenn ich dann wieder daran erinnert werde.

 

Sprachlich muss ich sagen, dass ich anfangs ein wenig überrascht war, dass das Sprachniveau des Jungen Maxim so hoch ist. Schließlich ist er erst 14 Jahre alt. Andererseits, der Ton des Buches verlangt genau das und nichts anderes, insofern habe ich mich schnell daran gewöhnt und war beeindruckt, dass der Autor diesen Stil (mit ein paar winzigen Ausnahmen) durchgehalten hat.

 

Generell bin vom Autor extrem beeindruckt. Man darf an der Stelle nicht vergessen, dass Gabriel P. Henry erst 20 Jahre jung ist. Wenn ich zurückdenke - ich hatte mit 20 Jahren keine so tiefgründigen Gedanken. Asche auf mein Haupt, aber ich habe mich nicht für diese Art von Themen interessiert. Umso erstaunlicher finde ich es, dass der Autor so ein Werk geschaffen hat. Ein riesiges Kompliment an der Stelle. Ich denke man darf von ihm noch einiges erwarten.

 

Klare Kaufempfehlung. Aber mit der Warnung, dass der Autor einen sicher nicht mit Samthandschuhen anfasst, das sollte einem bewusst sein, bevor man sich an die Lektüre macht.

 

Wie seht ihr das? Hat euch das Buch auch in eurem Innersten erschüttert? Seid ihr dem Autor dankbar für das, was er uns vor Augen führt? Ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Claire Hoffmann: Die Liebe zum Regen

Hallo ihr Lieben,

 

zum Glück habe ich gerade Quasi-Urlaub und  komme ich endlich mal wieder richtig zum Lesen. Heute habe ich ein wundervolles Buch im Gepäck, das ich aus Liebe zu meiner heimlichen Wunsch-Heimat London begonnen habe. Letztendlich habe ich einen sehr ergreifenden, einfühlsam geschriebenen und doch stellenweise amüsanten Roman bekommen. Dabei handelt es sich um Die Liebe zum Regen von Claire Hoffmann

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 27.03.2017 beim Diana-Verlag.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer 57-jährigen Dame, Vera, die aufgrund diverser Machenschaften ihres Ehemannes Deutschland Hals über Kopf Richtung London verlässt und dort bei einer Familie als Granny-Au-pair einzieht. Die Familie hat drei Töchter, einen Vater, der ständig auf Dienstreise ist und eine Mutter, die verschwunden ist. So wird es Vera zumindest vermittelt. Was genau dahinter steckt, verrate ich natürlich nicht.  Jedenfalls folgt man Vera in ihren Versuchen in der fremden Stadt, mit der fremden Sprache und der fremden Familie zurechtzukommen. Wie oben bereits erwähnt, ist die Geschichte wirklich ergreifend.

 

Bei den Versuchen, sich in einer für sie neuen Welt zu behaupten, verändert sich auch Vera, was spannend zu verfolgen ist und einen letztendlich daran glauben lässt, dass man an seinen Aufgaben wachsen kann. Dass man sein Leben verändern kann und manchmal auch muss, um sich selbst (wieder-) zu entdecken. Ich fand es interessant, Vera auf dieser Reise zu begleiten und habe durchaus auch das eine oder andere für mich selbst mitgenommen.

  

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich an manchen Stellen etwas gestolpert bin, da ab und zu Ausdrücke oder Bilder vorkamen, die mir so nicht bekannt waren, oder die ich so nicht erwartet hätte. Alles in allem aber lässt sich das Buch recht schnell lesen und ist deshalb hervorragend geeignet, um es im Liegestuhl zu lesen. Vor allem die Beschreibung des ewigen Regens in London, dem der Roman vermutlich seinen Titel verdankt, bildet einen wunderschönen Kontrast zu dem Wetter, das wir hier gerade genießen dürfen.

 

Klare Kaufempfehlung. Und nicht nur, weil ich aufgrund des Schauplatzes voreingenommen bin.

 

Wie seht ihr das? Fandet ihr das Buch ebenso mitreißend wie ich, oder erlag ich mal wieder meiner eigenen Liebe zum Regen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

 

eure Julia

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Annett Gröschner: Die Städtesammlerin

Hallo ihr Lieben,

 

heute möchte ich über Die Städtesammlerin Annett Gröschner sprechen. Erschienen ist ihr faszinierender Reisebericht am 13.03.2017 beim Penguin-Verlag.

Freundlicherweise wurde er mir als Rezensionsexemplar von Random House zur Verfügung gestellt.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Annett Gröschner ist eine deutsche Autorin und Journalistin. Vor allem aber ist sie eine Städtesammlerin. So nenne ich mich übrigens auch gerne selbst (allerdings in sehr viel kleinerem Stil und noch nicht annähernd so weit gereist). Das ist auch der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. 

 

Und ich muss sagen, ich finde den Twist, dass die Autorin immer von ihren Fahrten mit der Linie 4 in den jeweiligen Städten berichtet, extrem spannend. Jeder, der schon mal verreist ist, weiß ja schließlich, dass die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmittel in anderen Ländern oder Städten oftmals ein Abenteuer für sich sind. Und wie viel man dabei auch über die Kultur und die Menschen erfährt. Sag mir, wie du öffentlich fährst, und ich sage dir, wer du bist.

 

Was ich vor allem an diesem Bericht super fand, ist die Tatsache, dass die einzelnen Städtefahrten in einzelne, handliche Kapitel aufgeteilt sind, die dazu einladen, sie in aller Seelenruhe bei einer Tasse Tee zu lesen, oder in den paar Minuten, die man in der U-Bahn verbringt. Man hat immer ein neues, kurzes Abenteuer, mit dem man schnell mal dem eigenen Alltag entfliehen kann. Das fand ich richtig toll, denn ist das nicht der Sinn eines Reiseberichts?

 

Wobei ich sagen muss, dass mir auch Frau Gröschner, so wie damals Bettina Pohlmann mit ihrem Frühstück mit Giraffen, wieder meine Grenzen vor Augen geführt hat. Von manchem Abenteuer lese ich sehr gerne und bin mit Enthusiasmus im Geiste dabei, aber ich gebe zu, dass ich auf manche Abenteuer ich im echten Leben doch verzichten kann.

 

Ähnlich wie bei Frühstück mit Giraffen kann ich dieses Buch allen empfehlen, die wie ich gerne reisen und nach Abenteuern suchen. Klare Kaufempfehlung.

 

Wie seht ihr das? Fandet ihr die Abenteuer der Städtesammlerin genauso spannend wie ich?

Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Anna Jansson: Das Schicksal wartet beim Friseur

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Zeit, in der ich dieses Buch auf meinem SuB liegen hatte, möchte ich nun endlich über einen Roman aus Schweden sprechen, mit dem ich mir etwas schwer getan habe. Es handelt sich dabei um einen eigentlich lustig angedachten Frauenroman. Um genau zu sein geht es um Das Schicksal wartet beim Friseur  von Anna Jansson.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 14.11.2016 beim Verlag btb in der Übersetzung aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Dame, die einen Friseursalon im schwedischen Visby (Gotland) führt und sich berufen fühlt, den Menschen dort nicht nur die Haare zu schneiden, sondern ihnen auch als matchmaker from heaven den passenden Partner für eine immerwährende Beziehung zu vermitteln.

 

Und genau diese Prämisse ist es, die mich dazu gebracht habt, den Roman überhaupt lesen zu wollen. Dieser Handlungsrahmen birgt so viel Potenzial für eine lustige, herzerwärmende Geschichte, die quasi als cherry on top  noch in Schweden spielt, einem Land, für das ich große Sympathien hege. 

 

Leider wird dieses Potenzial meines Erachtens durch die Darstellung der Hauptfigur, Angelika, ein wenig verspielt. Diese ist nämlich das, was wir in Bayern als "Gschaftlhuberin" bezeichnen würden. Für diejenigen, die das Wort aufgrund der regionalen Färbung nicht kennen - es ist nicht sehr positiv.

 

Angelika ist eine Person, die ihre Nase ständig in Dinge steckt, die sie nichts angehen und von ihrem Tun so überzeugt ist, dass es einem fast unheimlich wird. Da meine persönliche Herangehensweise eher in Richtung Laisser-faire tendiert, habe ich mich irgendwie stellvertretend für die Menschen, in deren Leben sich Angelika ohne ihre Zustimmung und ohne jegliche Skrupel einmischt, ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt. Personal space und so.

 

Und deswegen bin ich irgendwie nicht ganz mit der Geschichte warm geworden. Hinzu kommt leider, dass mir die Nebenfiguren auch nicht wirklich sympathisch waren, sodass es kaum einen Charakter gab, der mir das Lesevergnügen bereitet hätte, das ich mir so gewünscht hatte.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle allerdings Gabriele Haefls ein Kompliment machen, deren Übersetzung sich recht flüssig liest.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht wirklich gern gelesen habe und daher nicht zwangsläufig eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Wenn ich eine Kaufempfehlung aussprechen würde, dann eher aufgrund der Tatsache, dass der Roman in Schweden angesiedelt ist und man im Vorbeigehen ein wenig über das Land und die Kultur lernt.

 

Wie seht ihr das? Haltet ihr Angelika auch für eine Gschaftlhuberin oder für jemanden, der nur das Beste für andere will? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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Julie Cohen: Der Tag, an dem der Sommer begann

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Abwesenheit (diverse Kinderkrankheiten und ähnliches) möchte ich nun endlich mal wieder über ein Buch sprechen, das mich sehr fasziniert hat. Es handelt sich dabei um einen Frauenroman mit Dramatik, Spannung und mitreißenden Charakteren. Um genau zu sein, geht es um Julie Cohens Der Tag, an dem der Sommer begann.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 13.03.2017 beim Diana-Verlag in der Übersetzung von Ute Brammertz.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Familie mit drei Generationen Frauen – Ex-Schwiegermutter Honor, Mutter Jo und Tochter Lydia, die alle ein Geheimnis in sich tragen, das sie dazu bringt, sich von den anderen abzuschotten und sich das Leben selbst und gegenseitig schwerzumachen.

 

Als Honor (die nicht durch Scheidung zu Jos Ex-Schwiegermutter wurde, sondern durch den tragischen Tod des Sohnes, Ehemanns, Vater der Protagonistinnen) einen Unfall hat, durch den sie gezwungen ist, bei Jo und Lydia einzuziehen, passiert dies erst nur widerwillig. Nach und nach öffnen sich die drei aber und ihr Leben und die Beziehungen untereinander verändern sich.

 

Und genau davon lebt der Roman. Die Beziehungen der Figuren untereinander. Alle drei Frauen tragen einen Schmerz in sich, der durch die Autorin so anschaulich beschrieben wird, dass wir als Leser diesen Schmerz mittragen und uns wünschen, wir könnten in die Geschichte springen, die drei erst einmal in den Arm zu nehmen und dann zu schütteln, weil sie versuchen, alles ganz alleine mit sich selbst auszumachen, anstatt sich helfen zu lassen. Durch diese Art, mit ihren persönlichen Problemen umzugehen, verbreiten sie so viel Unfrieden, und machen sich das Leben gegenseitig so schwer, dass man sich wünscht, man könnte ihnen die Augen für das Gute im Leben öffnen.

 

Das gilt vor allem für die 16-jährige Lydia, die einfach noch nicht so weit ist, reflektiert mit ihren Problemen umzugehen, während Honor einfach nur zu stolz und stur ist. Einzig bei Jo hat man das Gefühl, dass sie einfach mit der Situation überfordert ist. Was auch kein Wunder ist, denn zusätzlich zur Pflege der Mutter ihres verstorbenen ersten Mannes, muss sie sich noch um zwei Kleinkinder kümmern, die sie mit ihrem zweiten Mann bekommen hat, bevor sie sich scheiden ließ, nachdem er eine Beziehung mit dem Au-Pair begonnen hat.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle Ute Brammertz ein riesiges Kompliment machen, deren Übersetzung sich so flüssig liest, dass man kaum bis gar nicht merkt, dass es sich überhaupt um eine Übersetzung handelt. Ich war begeistert.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gern gelesen habe und durchaus eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Nicht nur wegen den Figuren, die einen förmlich mitreißen, sondern auch weil die Geschichte in London spielt, und es seit jeher „dieser alte Traum“ für mich ist, dort zu leben, da ich diese Stadt über alles liebe.

 

Aus gegebenem Anlass sind meine Gedanken in dieser Stunde bei der Stadt und vor allem den Opfern des Terroranschlages in London und deren Familien. My heart goes out to you.

 

 

 

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