Paolo Genovese: Freud ist an allem schuld

Hallo ihr Lieben,

 

heute möchte ich mit Freud ist an allem schuld von Paolo Genovese meine Italien-Trilogie abschließen.

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman in der Übersetzung von Franziska Kristen beim Verlag btb am 13.03.2017.

 

 

Dieser Roman spielt in Rom, Italien (super!), wobei ein Handlungsstrang anfangs auch in New York angesiedelt ist, was ich richtig toll fand. Ich mag diese Diversität der Schauplätze, vor allem, wenn die durch die Augen von Nicht-Einheimischen beschrieben werden. Man bekommt dann einen sehr interessanten Blickwinkel zu sehen, in die man sich auch hineinversetzen kann, sofern man den beschriebenen Ort auch nicht kennt. 

 

Die Idee um die Handlung dieses Familienromans fand ich an sich sehr ansprechend. Es geht um einen alleinerziehenden Vater von drei Töchtern, und wir bekommen einen Einblick in die Irrungen und Wirrungen im jeweiligen Liebesleben der Familienmitglieder. Manche überschneiden sich sogar, aber ich will mal nicht zu sehr ins Detail gehen, um hier nicht zu viel zu verraten. Wie gut das gelungen ist, muss sich dann jeder selbst fragen, aber ich war nicht bei allen vollends überzeugt.

 

Der Protagonist Francesco war mir anfangs auf den ersten Blick sympathisch und verdient als alleinerziehender Vater – so wie alle Alleinerziehenden! –meinen größten Respekt. Inwiefern er eine ganze Romanhandlung tragen kann, sei aber mal dahingestellt. Zumal ich es ein wenig gruselig fand, wie er der Frau mit dem Hund nachspioniert hat. Auch wenn es als comic relief gedacht war - ein unangenehmer Nachgeschmack bleibt.

 

Seine drei Töchter sind alle ganz unterschiedliche Charaktere. Alle haben Stärken und Schwächen, was ich sehr gut fand, denn das macht sie menschlich. Ich fand es interessant zu sehen, wie sich drei Frauen, die alle mit den mehr oder weniger gleichen Voraussetzungen ins Leben gestartet sind, entwickelt haben.

 

Generell habe ich die Dynamik der Familienmitglieder untereinander und ihre jeweiligen Entwicklungen interessiert verfolgt. Allerdings fand ich die Entwicklung einer der Töchter nicht nachvollziehbar und das hat dem Lesevergnügen durchaus einen Abbruch getan. Wer das Buch gelesen hat, weiß was ich meine, aber ich will nicht zu viel verraten.

 

Die Übersetzung finde ich wirklich sehr gelungen, es ist ein absolut flüssiger Schreibstil, der einen vergessen lässt, dass man eigentlich eine Übersetzung liest. Großes Kompliment an Franziska Kristen.

 

Ich kann entsprechend keine klare Kaufempfehlung geben, denn das Lesevergnügen war am Ende dich etwas getrübt.

 

Liebe Grüße

 

eure Julia