Annie Darling: Der kleine Laden der einsamen Herzen

Hallo ihr Lieben,

 

nach scheinbar endlos langer Pause bin ich jetzt endlich mal wieder zum Lesen gekommen. Und was für ein süßes Buch ich dieses Mal gelesen habe. Dabei handelt es sich um Der kleine Laden der einsamen Herzen von Annie Darling. Und nomen est omen bei der Autorin.

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman in der Übersetzung von Andrea Brandl beim Penguin Verlag am 09.05.2017.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Dieser sehr kurzweilige und süße Roman spielt in meiner nicht mehr ganz so heimlichen Lieblingsstadt, also London, und handelt von Posy Morland, die dort einen kleinen Buchladen erbt, über dem sie auch wohnt. Damit erfüllt sie quasi schon die Voraussetzungen, um meinen Traum zu leben, und ich war ihr von Anfang zugeneigt. Spätestens als sie Jogginghosen mit Weihnachtsmotiv trägt (und das nicht zu Weihnachten!), war ich vollends verfallen. Und wie ich schon immer fand, eine Geschichte steht und fällt mit ihren Figuren – und hier war ich wirklich sehr positiv eingenommen.

 

Abgesehen von einer sehr sympathischen, herrlich komischen, aus dem Leben gegriffenen Heldin, hat dieses Buch aber noch ein weiteres Arsenal von interessanten Figuren zu bieten. Allen voran Posys kleiner Bruder hat es mir angetan. Posy hat das Sorgerecht für ihren Bruder, seit die Eltern der beiden ums Leben gekommen sind, und ich fand die Dynamik zwischen den beiden Geschwistern, die sich gemeinsam durchs Leben schlagen, sehr berührend.

 

Aber auch die anderen supporting characters waren sehr liebevoll beschrieben, wenn auch im Vergleich zu den beiden Geschwistern nicht ganz so stark ausgeprägt. Was aber nur in der Natur der Dinge liebt, sie sollen ja wirklich nur flankierend tätig sein.

 

Den love interest der Protagonistin und anfangs Antagonist Sebastian hingegen fand ich etwas langweilig und nur grob skizziert. Er hat mich in seinen Grundzügen zu sehr an Christian Grey erinnert (reich, unnahbar), sodass ich mit ihm nicht recht warm geworden bin. Deshalb hat die Liebesgeschichte für mich in diesem Zusammenhang eine eher untergeordnete Rolle gespielt – die Rettung des in finanzielle Schieflage geratenen Buchladens und die Beziehung der Geschwister fand ich um einiges spannender.

  

Die Übersetzung von Andrea Brandl fand ich durchweg gelungen und kann ihr das größte Lob für ÜbersetzerInnen aussprechen: Ich habe beim Lesen vergessen, dass es sich um eine Übersetzung handelt. 

 

Klare Kaufempfehlung. Und nicht nur, weil ich mal wieder aufgrund des Schauplatzes voreingenommen bin.

 

Liebe Grüße

 

eure Julia