Anna Jansson: Das Schicksal wartet beim Friseur

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Zeit, in der ich dieses Buch auf meinem SuB liegen hatte, möchte ich nun endlich über einen Roman aus Schweden sprechen, mit dem ich mir etwas schwer getan habe. Es handelt sich dabei um einen eigentlich lustig angedachten Frauenroman. Um genau zu sein geht es um Das Schicksal wartet beim Friseur  von Anna Jansson.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 14.11.2016 beim Verlag btb in der Übersetzung aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Dame, die einen Friseursalon im schwedischen Visby (Gotland) führt und sich berufen fühlt, den Menschen dort nicht nur die Haare zu schneiden, sondern ihnen auch als matchmaker from heaven den passenden Partner für eine immerwährende Beziehung zu vermitteln.

 

Und genau diese Prämisse ist es, die mich dazu gebracht habt, den Roman überhaupt lesen zu wollen. Dieser Handlungsrahmen birgt so viel Potenzial für eine lustige, herzerwärmende Geschichte, die quasi als cherry on top  noch in Schweden spielt, einem Land, für das ich große Sympathien hege. 

 

Leider wird dieses Potenzial meines Erachtens durch die Darstellung der Hauptfigur, Angelika, ein wenig verspielt. Diese ist nämlich das, was wir in Bayern als "Gschaftlhuberin" bezeichnen würden. Für diejenigen, die das Wort aufgrund der regionalen Färbung nicht kennen - es ist nicht sehr positiv.

 

Angelika ist eine Person, die ihre Nase ständig in Dinge steckt, die sie nichts angehen und von ihrem Tun so überzeugt ist, dass es einem fast unheimlich wird. Da meine persönliche Herangehensweise eher in Richtung Laisser-faire tendiert, habe ich mich irgendwie stellvertretend für die Menschen, in deren Leben sich Angelika ohne ihre Zustimmung und ohne jegliche Skrupel einmischt, ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt. Personal space und so.

 

Und deswegen bin ich irgendwie nicht ganz mit der Geschichte warm geworden. Hinzu kommt leider, dass mir die Nebenfiguren auch nicht wirklich sympathisch waren, sodass es kaum einen Charakter gab, der mir das Lesevergnügen bereitet hätte, das ich mir so gewünscht hatte.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle allerdings Gabriele Haefls ein Kompliment machen, deren Übersetzung sich recht flüssig liest.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht wirklich gern gelesen habe und daher nicht zwangsläufig eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Wenn ich eine Kaufempfehlung aussprechen würde, dann eher aufgrund der Tatsache, dass der Roman in Schweden angesiedelt ist und man im Vorbeigehen ein wenig über das Land und die Kultur lernt.

 

Wie seht ihr das? Haltet ihr Angelika auch für eine Gschaftlhuberin oder für jemanden, der nur das Beste für andere will? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.

 

Liebe Grüße

eure Julia

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