Julie Cohen: Der Tag, an dem der Sommer begann

Hallo ihr Lieben,

 

nach wirklich langer Abwesenheit (diverse Kinderkrankheiten und ähnliches) möchte ich nun endlich mal wieder über ein Buch sprechen, das mich sehr fasziniert hat. Es handelt sich dabei um einen Frauenroman mit Dramatik, Spannung und mitreißenden Charakteren. Um genau zu sein, geht es um Julie Cohens Der Tag, an dem der Sommer begann.

 

 

Freundlicherweise habe ich mein Exemplar von Random House als Rezensionsexemplar erhalten. Erschienen ist der Roman am 13.03.2017 beim Diana-Verlag in der Übersetzung von Ute Brammertz.

 

Der Roman erzählt die Geschichte von einer Familie mit drei Generationen Frauen – Ex-Schwiegermutter Honor, Mutter Jo und Tochter Lydia, die alle ein Geheimnis in sich tragen, das sie dazu bringt, sich von den anderen abzuschotten und sich das Leben selbst und gegenseitig schwerzumachen.

 

Als Honor (die nicht durch Scheidung zu Jos Ex-Schwiegermutter wurde, sondern durch den tragischen Tod des Sohnes, Ehemanns, Vater der Protagonistinnen) einen Unfall hat, durch den sie gezwungen ist, bei Jo und Lydia einzuziehen, passiert dies erst nur widerwillig. Nach und nach öffnen sich die drei aber und ihr Leben und die Beziehungen untereinander verändern sich.

 

Und genau davon lebt der Roman. Die Beziehungen der Figuren untereinander. Alle drei Frauen tragen einen Schmerz in sich, der durch die Autorin so anschaulich beschrieben wird, dass wir als Leser diesen Schmerz mittragen und uns wünschen, wir könnten in die Geschichte springen, die drei erst einmal in den Arm zu nehmen und dann zu schütteln, weil sie versuchen, alles ganz alleine mit sich selbst auszumachen, anstatt sich helfen zu lassen. Durch diese Art, mit ihren persönlichen Problemen umzugehen, verbreiten sie so viel Unfrieden, und machen sich das Leben gegenseitig so schwer, dass man sich wünscht, man könnte ihnen die Augen für das Gute im Leben öffnen.

 

Das gilt vor allem für die 16-jährige Lydia, die einfach noch nicht so weit ist, reflektiert mit ihren Problemen umzugehen, während Honor einfach nur zu stolz und stur ist. Einzig bei Jo hat man das Gefühl, dass sie einfach mit der Situation überfordert ist. Was auch kein Wunder ist, denn zusätzlich zur Pflege der Mutter ihres verstorbenen ersten Mannes, muss sie sich noch um zwei Kleinkinder kümmern, die sie mit ihrem zweiten Mann bekommen hat, bevor sie sich scheiden ließ, nachdem er eine Beziehung mit dem Au-Pair begonnen hat.

 

Sprachlich und stilistisch muss ich an dieser Stelle Ute Brammertz ein riesiges Kompliment machen, deren Übersetzung sich so flüssig liest, dass man kaum bis gar nicht merkt, dass es sich überhaupt um eine Übersetzung handelt. Ich war begeistert.

 

Ich muss sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gern gelesen habe und durchaus eine Kaufempfehlung aussprechen kann. Nicht nur wegen den Figuren, die einen förmlich mitreißen, sondern auch weil die Geschichte in London spielt, und es seit jeher „dieser alte Traum“ für mich ist, dort zu leben, da ich diese Stadt über alles liebe.

 

Aus gegebenem Anlass sind meine Gedanken in dieser Stunde bei der Stadt und vor allem den Opfern des Terroranschlages in London und deren Familien. My heart goes out to you.

 

 

 

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