Felicitas Gruber: Zapfig

 

Hallo ihr Lieben,

 

heute habe ich einen München-Krimi für euch bewertet.

 

Es handelt sich dabei um das Buch Zapfig von Felicitas Gruber, das am 13.02.2017 beim Diana-Verlag erschienen ist. Dieses Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Random House erhalten.

 

Das Cover und eine Leseprobe findet ihr hier.

 

 

Als Münchnerin hatte ich von Anfang an einen besonderen Draht zu diesem wirklich unterhaltsamen Buch, was die Leseerfahrung sehr ansprechend für mich gemacht hat. Vor allem die diversen Wohnungsbesichtigungen, die die Protagonistin Sofie Rosenhuth durchlebt, sind leider völlig aus dem wahren Leben gegriffen, was dem ganzen, wenn man gerade in München selbst auf der Suche, eine tragische Komik verleiht. Wenn man das, wie ich, zum Glück schon hinter sich hat, dann hat das Ganze immer noch eine tragische Komik, denn eine schöne Erfahrung ist die Wohnungssuche in München definitiv nicht. In Zapfig aber sehr treffend dargestellt. Und sehr amüsant.

 

Im Prinzip handelt das Buch von einem Mord in der Münchener Schickeria, der von einer Rechtsmedizinerin und ihrem Ex-Mann, einem Kommissar des Morddezernats, aufgeklärt wird. Dass die beiden nach ihrer Scheidung wieder zusammengefunden und nun auf Wohnungssuche sind, war eine besonders erfrischende Nebenhandlung.

 

Generell war das Buch sehr amüsant geschrieben, wenn man den bayerischen Charme mag. Man sollte am besten auch mit dem Dialekt vertraut sein, denn oftmals sind die Dialoge in dieser Mundart verfasst. Sogar ich hatte an manchen Stellen Probleme, obwohl ich in Bayern geboren und aufgewachsen bin. Inwieweit das für jemanden, der nicht mit dem Dialekt aufgewachsen ist, störend oder schwierig sein könnte, vermag ich nicht zu beurteilen. Es sollte an der Stelle aber erwähnt sein.

 

Zur Handlung kann ich sagen, dass ich nur hoffen kann, dass nicht jeden Tag in München Morde geschehen. Für mein eigenes Seelenheil habe ich deshalb beschlossen, dass es nicht so sein kann. Und so habe ich diesen Teil der Handlung auch als reine Fiktion verstanden. Und ich fand es spannend, witzig, und wirklich erfrischend.

 

Die Protagonistin Sofie ist liebenswert und erfrischend normal, sodass ich sie recht schnell lieb gewonnen habe. Allerdings fand ich die Nebencharaktere fast durchgehend noch amüsanter. Die Arbeitskolleginnen des ersten Mordopfers sind so fantastisch witzig dargestellt, dass ich fast wünschte, es gäbe ein Spin-off nur mit ihren Kleinkriegen.

 

Allerdings gibt es in dem Buch auch einen Handlungsstrang, den ich nicht amüsant fand. Dafür ist er viel zu ernst und lebensnah. Leider kann ich bei diesem Teil für mein Seelenheil nicht so tun, als ob es reine Fiktion wäre. So wird der Bekannte eines Bekannten von Sofie aufgrund seiner syrischen Abstammung (er ist ein Flüchtling aus Aleppo) in einer Szene brutal zusammengeschlagen. Das fand ich furchtbar, weil es einfach zu lebensnah war, und hat den Lesespaß etwas getrübt. Andererseits fand ich es mutig vom Autorenteam, diesen Handlungsstrang einzubauen.

 

Alles in allem fand ich das Buch superwitzig und würde es jedem Münchener aber auch allen anderen empfehlen.

 

Wie seht ihr das? Kamt ihr mit dem bayerischen Dialekt zurecht oder hattet ihr Probleme?

 

Liebe Grüße

 

 

eure Julia

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