Dana Carpenter: Die Schattenschrift

Hallo ihr Lieben,

 

 

heute möchte ich noch einen Roman besprechen, den ich in den Bereich Fantasy mit historischen Setting einordnen würde.

 

Die Handlung spielt im Böhmen des 13. Jahrhunderts und folgt dem Leben und den Geheimnissen einer Frau, die keinen richtigen Namen trägt und einfach nur Maus genannt wird. Über ihre Abstammung weiß sie nichts.

Stattdessen wurde sie in einem Kloster aufgezogen, dort zur Heilerin ausgebildet und verfügt über außergewöhnliche Gaben, von denen sie ebenfalls nicht weiß, woher sie stammen.

Als sie dem Jüngeren König, Ottokar, das Leben rettet, muss sie sich nicht nur einem neuen Leben zurecht finden, sondern auch das Rätsel um ihre eigene Vergangenheit lösen.

 

Das von Dana Carpenter verfasste Buch habe ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Random House erhalten. Erschienen ist es 2016 in der Übersetzung von Beate Brammertz  beim Heyne-Verlag.

 

Eine Leseprobe und das Cover findet ihr hier.

 

Ich muss sagen, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich sofort am Haken.

Ich wollte unbedingt das Rätsel um Maus' Gaben und Abstammung lösen und erfahren, wer sie wirklich ist.

 

Allerdings ging die Geschichte oftmals in eine Richtung, die ich nicht ganz passend fand. Dies war einerseits meiner Erwartungshaltung geschuldet, da ich in diesem Roman nicht mit so viel Fantasy gerechnet hatte. Ich hatte eigentlich einen rein historischen Roman erwartet. Andererseits lag es daran, dass ich genau diese fantastischen Stellen oft als recht langatmig und an manchen Stellen auch ein wenig langweilig empfunden habe. 

 

Maus selbst war mir sympathisch, ich hatte manches Mal Mitgefühl mit ihr. Manches Mal konnte ich, ob ihrer Entscheidungen, aber auch einfach nur den Kopf schütteln. Maus ist nämlich eine Protagonistin, die sich selbst immer wieder neu erfindet, um dann doch immer wieder an den gleichen Problemen zu scheitern. Irgendwann wurde ihr Verhalten in meinen Augen beliebig.

 

Zudem muss ich gestehen, dass ich die sekundären Charaktere, wie Ottokar, nicht gerade spannend fand. Ich hatte das Gefühl, dass alle Spannung sowie die gesamte Charakterentwicklung auf Maus konzentriert werden sollte und dadurch die anderen Figuren ein wenig auf der Strecke geblieben sind. Tatsächlich tauchten viele Stereotypen auf, die man bereits aus vielen anderen Büchern kennt.

 

Das ändert aber nichts daran, dass ich den Roman an den meisten Stellen sehr spannend fand, auch wenn das Ende letztlich vorherzusehen war.

 

Die Übersetzung liest sich flüssig und ich kann Beate Brammertz das größte Kompliment machen, indem ich sage, dass ich die meiste Zeit nicht gemerkt habe, dass es sich um eine Übersetzung handelt.

  

Alles in allem kann ich eine Kaufempfehlung aussprechen, aber Fans des Genres des reinen historischen Romans sollten gewarnt sein, dass man hier seinen Horizont in Richtung Fantasy öffnen sollte. Dies hätte mir  aber auch schon nach Lektüre des Klappentexts klar sein müssen, denn kein Buch, dessen Hauptfigur über besondere Gaben verfügt, kommt ohne einen Hauch Fantasy aus.

 

Wie seht ihr das? Fantasy-Roman mit historischem Setting oder historischer Roman mit Fantasy-Elementen? Gefällt euch die Mischung oder denkt ihr eher, das Genre ist weder Fisch noch Fleisch und ihr stört euch daran? 

Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Liebe Grüße

 

eure Julia

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